Europas erstes Museum für gerettete Kunst eröffnet: „Fast in die Hände eines Kardashian gelandet“

Etruskische, griechische und römische Artefakte, die größtenteils aus den Vereinigten Staaten geborgen wurden, sind jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich

Das neue Museo dell'Arte Salvata öffnete seine Pforten für die Öffentlichkeit. Bild: Ministero della Cultura

Eine ungewöhnliche Ausstellung mit noch ungewöhnlicherem Namen: Das Museum für gerettete Kunst in Rom hat seine Pforten geöffnet. Die temporäre Ausstellung zeigt Dutzende antiker archäologischer Funde, die illegal ausgegraben oder gestohlen, aber in den letzten Jahren wiedergefunden wurden. Die etruskischen, griechischen und römischen Artefakte kehren im Oktober an ihren Ursprungsort zurück, während neu geborgene Kunst ihren Platz in der Ausstellung einnimmt.

Das Museum für gerettete Kunst wurde in der achteckigen Halle der berühmten Thermen des Diokletian in Rom eröffnet, ein passender Ort für diese antiken Münzen, Figuren, Teller, Urnen und Statuen. Unter den Zuhörern befanden sich der italienische Kulturminister Dario Franceschini und Brigadegeneral Roberto Riccardi von der Einheit zum Schutz des Kulturerbes der italienischen Polizei. Einer der Anführer der sog.Blauhelme der Kultur“ betonte gerne die Bedeutung des kulturellen Erbes für Italien.

„Der Schutz des kulturellen Erbes, auf den in Artikel 9 der italienischen Verfassung Bezug genommen wird, hatte die unterschiedlichsten Schutzherren“, sagte er der italienischen Zeitung Corriere della Serra. „Daran waren Souveräne, Päpste und Intellektuelle beteiligt. Seit 1969 gehört unser Kommando zu den entschlossenen Hütern dieses Werkes. Die zurückgewonnenen Vermögenswerte belaufen sich auf mehr als drei Millionen, und was in dieser Ausstellung zu sehen ist, ist nur ein Teil der „Beute“, die mit einer der jüngsten Rückforderungen zurückgegeben wurde.“

Diese Schätze zu schützen und zu fördern ist eine institutionelle Pflicht, aber auch eine moralische Verpflichtung

Dario Franceschini

„Gestohlene Kunstwerke und archäologische Relikte, die illegal verteilt, verkauft oder exportiert werden, sind ein erheblicher Verlust für das kulturelle Erbe des Landes“, antwortete Franceschini. „Diese Schätze zu schützen und zu fördern ist eine institutionelle Pflicht, aber auch eine moralische Verpflichtung: Diese Verantwortung gilt es für künftige Generationen wahrzunehmen.“ Dennoch bedarf es einer sorgfältigen Prüfung der Artefakte, um festzustellen, ob es sich um (Teil-)Fälschungen handelt oder nicht.

Die Pressekonferenz im Achtecksaal. Bild: Screenshot Kulturministerium

Seltene Beispiele

Die Werke, die jetzt in der Octagonal Hall ausgestellt sind, insgesamt rund 100, wurden 2021 alle nach Italien zurückgegeben. Ein großer Teil von ihnen wurde aus Museumssammlungen, Auktionshäusern und Privatsammlungen in den USA beschlagnahmt. Laut dem Corriere della Serra sind die üblichen „Terminals“, an denen heimliche Bagger, sog Tombolari oder Grabräuber, verkaufen ihre illegal exportierten Waren.

Laut Ermittlern sollen die Kunstwerke bereits in den 1980er Jahren aus Italien geschmuggelt worden sein. In einem Fall forderten die Behörden einen weißen Marmorkopf des römischen Kaisers Settimio Severo zurück, nachdem er im Juni 2020 bei Christie's in New York versteigert worden war – 36 Jahre nachdem er aus einem Museum in Kampanien gestohlen worden war.

Unter den geborgenen Artefakten befinden sich auch seltene Beispiele für Keramik aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., ein Etrusker Pithos (Art Krug) mit einer Szene aus dem Ilyad-Epos und einer etruskischen Amphore mit homoerotischen Bildern darauf gemalt. Laut der britischen Zeitung wäre eine der in Rom ausgestellten Skulpturen fast im Besitz der amerikanischen Berühmtheit Kim Kardashian gelandet The Guardian.

Mehrere Köpfe ausgestellt. Bild: Screenshot Kulturministerium

Rotierende Sammlung

Während die Kunstwerke im Oktober nach Hause zurückkehren, plant die italienische Regierung, die Ausstellung dauerhaft zu machen, aber die ausgestellten Objekte zu wechseln. Derzeit zeigt die Ausstellung hauptsächlich archäologische Artefakte, die gefunden wurden, aber der Corriere della Serra erwähnte, dass in Zukunft auch andere gefundene Kunstwerke wie Gemälde ausgestellt werden könnten. Zum Beispiel das 1969 aus Palermo gestohlene Caravaggio-Gemälde, eines der begehrtesten Kunstwerke der Welt. Kleiner Wermutstropfen: Die Arbeit muss noch gefunden werden, stellt die italienische Zeitung fest. Dennoch ist klar, dass Italien nicht plant, sein kulturelles Erbe aufzugeben.

Quellen: Corriere della Serra (Italienisch), The Guardian

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