Du willst keinen Schreibtischjob? Mit historischem Handwerk arbeiten, sagt Stiftung Deutscher Kulturerbe

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz möchte die Vorteile der Arbeit im Denkmalhandwerk aufzeigen – nicht nur für die Denkmalpflege, sondern auch als Chance für junge Menschen zum Berufseinstieg.

Bild: Thierry Milherou über Pixabay
Bild: Thierry Milherou über Pixabay

Historisches Handwerk ist schwer zu erneuern. Ein altes Dach zu restaurieren, eine wertvolle Orgel zu reparieren oder originale Fenster zu konservieren, erfordert Fähigkeiten, die an Schulen oder Universitäten nicht gelehrt werden. Ohne diese Fähigkeiten ist Denkmalpflege jedoch nicht möglich.

Die Handwerksmeister mit diesen Fähigkeiten sind sehr gefragt, aber eher ältere Menschen. Wenn sie ihr Handwerk nicht an jüngere Generationen weitergeben, geht es verloren. Dies würde natürlich einen Großteil unseres Erbes gefährden. Es ist eine Nische, die gefüllt werden muss.

In Deutschland können sich Jugendliche für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bewerben. Diese Zeit kann in Bereichen verbracht werden, die der Gesellschaft zugute kommen – einer davon ist das traditionelle Handwerk. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) möchte die Vorteile eines einjährigen ehrenamtlichen Erlernens des Denkmalhandwerks sowohl für junge Menschen als auch für die Kulturbranche aufzeigen.

Weg vom Schreibtisch

Das Erlernen dieser traditionellen Handwerke ist weit entfernt von einem Schreibtischjob. Für einige Jugendliche ist dies jedoch ein Vorteil. Anna Kaufman, eine 19-jährige, die ihr FSJ in einem Museum verbrachte und sich mit Denkmalpflege befasste, sagt gegenüber DSD: „Ich möchte nicht mein Leben lang vor einem Bildschirm sitzen.“ Während ihres Freiwilligenjahres beschäftigte sie sich mit historischen Techniken und Materialien sowie mit der Restaurierung eines Gemäldes aus dem 18. Jahrhundert.

Für die jüngere Generation sind Handwerke einfach uncool

Thomas Büscher, 64, arbeitet in einem Restaurierungsbetrieb

Obwohl Anna nicht die einzige junge Frau ist, die ihr FSJ in diesem Bereich absolviert, gibt es immer noch nicht viele Menschen, die beruflich in das traditionelle Handwerk einsteigen. „Für junge Menschen scheint der schlechte Ruf des Handwerks in der Denkmalpflege oft präsenter und ein Studium perspektivisch attraktiver zu sein“, sagt Thomas Büscher, Geschäftsführer eines Restaurierungsunternehmens, gegenüber DSD. „Für die jüngere Generation sind Handwerke einfach uncool.“

Für Anna und andere Freiwillige im traditionellen Handwerk liegen die Vorteile auf der Hand. Das FSJ führte zu einer Lehre als Tischlerin, die sie seit 2021 ausübt. Jetzt verbringt sie ihre Zeit zwischen der handwerklichen Arbeit in einem Unternehmen und dem Abschluss in der Schule. Die Arbeit macht nicht nur Spaß, sie teilt ihre Klasse auch mit anderen Frauen.

Handwerker gefragt

Für junge Menschen gibt es deutliche Beweise dafür, dass sich Freiwilligenarbeit in diesen Handwerken in Fähigkeiten und Beschäftigung niederschlägt. Philipp Klais, dessen Familienunternehmen seit 140 Jahren Orgeln und Harmonien baut, bildet freiwillige Helfer aus. In den vergangenen sechs Jahren hat er fast keinen Auszubildenden abbrechen sehen. Die Fähigkeit ist nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland gefragt.

In der heutigen Zeit werden junge Menschen oft ermutigt, sich nach einer Anstellung an akademischen Universitäten umzusehen. In Deutschland sind sie jedoch möglicherweise besser mit praktischeren Berufen bedient, da die Nachfrage nach Naturschutzarbeiten nicht nachzulassen scheint. Vielen Handwerksmeistern drängt jedoch die Zeit, ihr Handwerk weiterzugeben.

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Diese Nachricht wurde uns von zur Kenntnis gebracht Botschafter des europäischen Jugenderbes Moritz Richter.

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