Lokale Gemeinschaften und Nachhaltigkeit sind der Schlüssel zu Finnlands neuer Strategie zum Schutz des Kulturerbes

Finnland veröffentlicht Vorschlag für eine Kulturerbestrategie – von Uula Neitola

Die Kulturerbestrategie wird zu einem Instrument zur Stärkung des Wohlergehens und der Zusammenarbeit, gefolgt von der nächsten Phase des Abkommens von Faro, das in Finnland bereits ratifiziert wurde. Der Umsetzungsplan wird der Bedeutung des Kulturerbes in der Gesellschaft Stabilität und Wirkung verleihen. Foto: Der Kvarken-Archipel. ©Uula Neitola

Das finnische Ministerium für Bildung und Kultur hat einen Vorschlag für eine Kulturerbestrategie für 2022–2030 veröffentlicht. Ausgangspunkt der Strategie sei die Bewahrung, Entwicklung und Nutzung des vielfältigen materiellen, immateriellen und digitalen Kulturerbes und Kulturraums, heißt es in a Pressemitteilung.

Als wichtigste Werte der Strategie werden Nachhaltigkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung genannt. Auch die Verantwortung für die Bewahrung und den Schutz des kulturellen Erbes für künftige Generationen ist ein allgegenwärtiger Wert.

Ziel ist eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung kultureller Lebensräume. Beispielsweise wird nachhaltiger Tourismus auf der Grundlage des kulturellen Erbes und des kulturellen Umfelds gefördert.

„Kulturerbe ist eine latente Ressource in unserer Gesellschaft, die auf vielfältige Weise hervorgehoben und genutzt werden sollte. Es bietet Alternativen zu einem nachhaltigen und guten Leben“, sagt Wissenschafts- und Kulturminister Petri Honkonen in der Pressemitteilung.

„Es ist großartig, dass diese Möglichkeiten im Strategieentwurf umfassend identifiziert wurden. Ich für meinen Teil ermutige eine immer breitere Zusammenarbeit zum Wohle des kulturellen Erbes“, fährt Honkonen fort.

Die Entwicklung einer Kulturerbestrategie ist Teil des Programms der Regierung von Premierministerin Sanna Marin. Ziel ist es, dass die Regierung auf der Grundlage des vorbereiteten Vorschlags einen Grundsatzbeschluss über eine Kulturerbestrategie bis 2030 trifft.

Es ist wichtig, dass die Kulturerbestrategie nicht nur in Finnland, sondern auch im europäischen Rahmen ausgearbeitet wird. Die Kulturerbepolitik reagiert auf Veränderungen im globalen Betriebsumfeld. Eine ökologisch, kulturell, sozial und ökonomisch nachhaltige Zukunft und das Gelingen des ökologischen Umbaus erfordern eine Veränderung des Alltags und Weltbildes der Menschen. Foto: Festung Suomenlinna. ©Uula Neitola

Kommunen als Spezialisten auf ihrem Gebiet

Die zur Unterstützung der Strategiearbeit in Auftrag gegebene Hintergrundstudie betont in vielerlei Hinsicht die Bedeutung der Regionen in der Kulturerbearbeit. Lokale Gemeinschaften gelten als Spezialisten auf ihrem Gebiet, die die Tradition kennen und weitergeben können.

Die Kulturerbestrategie zielt auch darauf ab, dem Kulturerbe eine anerkannte Rolle in den Aktivitäten der Gesellschaft, Gemeinschaften und Einzelpersonen zu verleihen. Auf diese Weise wird es auch aktiv genutzt und gepflegt.

Die Werte der Kulturerbestrategie sind Nachhaltigkeit, Vielfalt und Gleichberechtigung sowie die Verantwortung, das kulturelle Erbe für künftige Generationen zu bewahren und zu schützen. Ziel ist es, das kulturelle Erbe wertzuschätzen und seinen Schutz und Erhalt zu teilen.

Hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil

Dem Vorschlag zufolge haben Kenntnisse und Fähigkeiten zum kulturellen Erbe den Übergang zu einem nachhaltigeren Lebensstil beschleunigt. Ziel ist eine nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung kultureller Lebensräume. Akteure des Kulturerbes sind Pioniere bei kohlenstoffarmen und nachhaltigen Aktivitäten.

Bildung, Kompetenz und die Fähigkeit der Gesellschaft, Kulturerbe zu verwalten und zu nutzen, werden durch Kulturerbebildung und lebenslanges Lernen gestärkt. Kompetenzen und Bildung werden entwickelt, um den sich ändernden Bedürfnissen sowohl der Industrie als auch der Gesellschaft gerecht zu werden und Bildung und Kreativität zu unterstützen.

Die Entwicklung der Strategie setzt auch die 2018 von der Europäischen Kommission verabschiedete Europäische Kulturagenda um, die die Mitgliedsstaaten auffordert, eigene nationale Strategien im Bereich des kulturellen Erbes zu entwickeln. Die Ergebnisse der 2020 ausgelaufenen Kulturraumstrategie sind auch in die Entwicklung der Kulturerbestrategie eingeflossen.

Bildung, kulturelles Erbe und Kunst dienen zusammen als Ressource für Kreativität. Ein kooperativer Ansatz schafft Gleichberechtigung und schafft Wohlbefinden für alle Altersgruppen. Die Entwicklung des Kulturerbe-Tourismus und des Kurzstreckentourismus sowie des virtuellen Tourismus wird durch die Corona-Pandemie zukünftig einen neuen Schub erhalten und Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Foto: Alte Kirche von Petäjävesi. ©Uula Neitola

Der Prozess wird mit der Konsultation zum Strategievorschlag fortgesetzt, der sich an finnische Kulturerbeakteure bis August 2022 richtet.

Tatsachen

  • Ausgangspunkt der Strategie ist die Bewahrung, Entwicklung und Nutzung des vielfältigen materiellen, immateriellen und digitalen Kulturerbes und Kulturraums als Ressource für die Gesellschaft.
  • Zur Unterstützung der Vorbereitung der Strategiearbeit wurde Anfang 2021 eine Hintergrundstudie erstellt.
  • In Webinaren wurde der Fortschritt der Strategiearbeit diskutiert. In thematischen Workshops wurden die Schwerpunkte der Strategie erarbeitet.
  • Am 18. Mai 2022 wurde der Vorschlag der Lenkungs- und Arbeitsgruppe für eine Kulturerbestrategie veröffentlicht.
  • Die vorgeschlagene Kulturerbestrategie wurde bei einem Seminar am 6 Juni 2022
  • Juni – August 2022 Vernehmlassung zum Strategievorschlag

Über den Autor

Jugendbotschafter des Europäischen Erbes Uula Neitolas Leidenschaft für Kulturerbe begann in seiner Kindheit in Nordfinnland. Als Historiker ist er immer begierig auf neue kulturelle Erfahrungen. Seine frühe Karriere machte er in Geschichts- und Kunstmuseen sowie in finnischen akademischen Institutionen in Italien und Griechenland. Neben seiner Tätigkeit als Kommunikationsexperte engagiert er sich in vielen Organisationen wie ICOMOS und ICOM.

Quellen: Das Ministerium für Bildung und Kultur, Helsingin Sanomat (Finnisch), Finnischer Verband für lokales Erbe (Finnisch)

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch veröffentlicht. Texte in anderen Sprachen werden KI-übersetzt. Um die Sprache zu ändern: Gehen Sie zum Hauptmenü oben.

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