Neues Museum erzählt Flüchtlingsgeschichten trotz Dänemarks schwieriger Geschichte

Bild: FLUGT-Museum
Bild: FLUGT-Museum

Nur 95 km von der deutschen Grenze entfernt gelegen, wird das FLUGT Refugee Museum of Denmark, das im Juli der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, sicherlich viele Menschen anziehen. Das Museum soll nicht nur die Geschichte deutscher Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg darstellen, sondern auch Geschichten über moderne Flüchtlinge erzählen. Die dänische Königin Margrethe II. weihte das Museum zusammen mit dem deutschen Vizekanzler Robert Habeck ein und gab dem Standort eine bemerkenswerte diplomatische Eröffnung.

Das Museum befindet sich in Oksbøl, dem Standort eines der größten Flüchtlingslager für Deutsche in Dänemark. Das Flüchtlingslager Oksbøl war ein vorübergehendes Zuhause für über 30,000 Menschen, die 1945 aus Deutschland evakuiert wurden, als die Rote Armee einrückte. Die dort lebende Gemeinschaft fungierte als Stadt, mit Geschäften, Polizei und sogar einem Theater – alles hinter Stacheldraht und streng Trennung von der lokalen dänischen Bevölkerung. 1949 wurden die letzten Flüchtlinge weggeschickt und das Lager geschlossen. Das Gebiet wurde einige Jahrzehnte als Militärlager genutzt, wurde aber in den 1980er Jahren nicht mehr genutzt.

Flüchtlingslager Oksbøl im Jahr 1945. Bild: Leif Guldmann über Wikimedia (Public Domain)

Jetzt unter der Leitung von Claus Kjeld Jensen von der Vardemuseerne, die Seite ist wieder geöffnet. Das Architekturbüro Bjarke Ingels Group (BIG) hat das moderne Museum durch die Renovierung des ehemaligen Krankenhausgebäudes des Lagers errichtet. Der Baukörper könnte unterschiedlicher nicht sein als sein Vorgänger: Große Glasflächen, schlanke Holzbalken und sorgfältig gestaltete Rundungen verraten dem Besucher, dass es sich um ein ausgesprochen zukunftsorientiertes Museum handelt.

„Bei FLUGT geht es nicht um dich oder mich. Es geht um die nächste Generation. Kinder sind die Entscheidungsträger und Betreuer der Zukunft. Ich hoffe, dass FLUGT ihnen helfen wird, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagt Erik Bär, Gründer des niederländischen Designunternehmens Tinker Imagineers, das das Projekt entworfen hat.

Schwierige Geschichte

Während das Museum wichtige Geschichten über die Not der Flüchtlinge erzählen mag, könnte die Fanfare darum sauer werden. Im Jahr 2005, Der Spiegel einen Artikel veröffentlicht, der einen dunklen Teil der dänischen Geschichte enthüllt: Viele deutsche Flüchtlinge – insbesondere Kinder – starben in Dänemark an mangelnder Versorgung. Warum die dänischen Ärzte sich weigerten, eine Behandlung anzubieten, ist für Dänemark bis heute ein schwieriges Thema, entstand aber wahrscheinlich aus einer negativen Haltung gegenüber den Deutschen nach der Besetzung. Es ist ein wertvolles, aber umstrittenes Thema, und für das Museum gibt es viel zu entdecken.

Video (auf Dänisch, mit deutschen und dänischen Untertiteln):

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch veröffentlicht. Texte in anderen Sprachen werden KI-übersetzt. Um die Sprache zu ändern: Gehen Sie zum Hauptmenü oben.

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